Nachbarschafts-Fest Wilten

Max, 24 Jahre, Tirol.Max plant mit seinem Team eine Veranstaltung zur Förderung der Gemeinschaft im Innsbrucker Stadtteil Wilten. Es sollen Anrainer, Nachbarn aber auch Kritiker der neuen Flüchtlingsunterkunft eingeladen werden und um zusammen mit den Flüchtlingen bei ihnen auf der Pfarrwiese einen feinen Nachmittag zu verbringen. Es wird auch etwas zum Essen geben. Für die Kinder und Jugendlichen werden gemeinschaftsfördernde Spiele und Aktivitäten angeboten.Weiters werden an diesem Wochenende auch Fahrräder gesammelt, die dann zusammen mit Flüchtlingen repariert und bei dem Nachbarschaftsfest übergeben werden. Sie sollen dann der gesamten Heimgemeinschaft gleichermaßen zur Verfügung stehen. Das Fest wird vom 24-26. Juni stattfinden.

Das Wochenende vom 24.-26.6. stand in der Pfarre Wilten ganz im Zeichen der Nachbarschaft. Die Pfarrjugend organisierte eine Fahrrad-Reparatur-Aktion und ein großes Nachbarschaftsfest.Bereits am Freitag konnten WiltenerInnen ihre alten oder nicht mehr verwendbaren Rad‘ln in der Pfarre spenden. Bei einer größeren Anzahl an Rädern wurde sogar ein „Abholservice“ angeboten. So sammelten sich über 30 Räder am Ende des Tages im Pfarrgarten.Am Samstag, bei sommerlichen Temperaturen, begann dann die große Reparatur-Aktion zusammen mit 12 Bewohnern aus dem Flüchtlingsheim Glockenhof/Grassmayrstraße. Professionell unterstützt von der freien Radwerkstatt Bikerei konnten dabei 28 Räder (davon 5 Kinderräder) wieder in einen fahrtauglichen Zustand gebracht werden.Am Sonntag stand dann das große Nachbarschaftsfest am Programm. Eingeladen wurden alle WiltenerInnen sowie alle BewohnerInnen des Flüchtlingsheimes. Mit über 100 Menschen war der Garten sehr gut gefüllt und es wurde gegessen, geredet und gespielt. Am Ende wurden die reparierten Räder, ein neuer Werkzeugkoffer inkl. Flickzeug und fremdsprachigen Broschüren zum Thema Fahrsicherheit an die neuen Einwohner im Stadtteil übergeben. Unsere Idee – unser ZielNachdem diese Menschen schon seit einiger Zeit und wohl auch noch längere Zeit im Flüchtlingsheim Glockenhof untergebracht sein werden, war es der Pfarrjugend ein Anliegen, diese neuen Mitglieder in unserem Stadtteil einmal näher kennen zu lernen. Wie schon im Vorjahr mit dem Flüchtlingsheim Paschberg, wurde auch dieses Mal eine Rad-Sammel- bzw. Rad-Reparatur-Aktion organisiert. Dabei schaffen die Fahrräder zum einen mehr Mobilität und steigern dadurch die Lebensqualität. Sie bieten aber auch die Möglichkeit einfach in Kontakt zu treten. Gemeinsam ein Fahrrad reparieren geht nur dann, wenn man sich unterhält, wenn es sein muss mit Händen und Füßen. So schmiert man die Radkette und bekommt die Lebensgeschichte von einem Familienvater aus Dagestan erzählt, der beruflich eigentlich Ringer ist. Oder man repariert die Lenkstange eines alten Puch-Drahtesels und  ein 24-Jähriger Iraner erzählt, wie freundlich ihm die Menschen in Österreich begegnen. Oder man versucht einen löchrigen Schlauch zu flicken und Pardeep aus Afghanistan erzählt dir, wie er von der deutschen Polizei aufgegriffen wurde, eigentlich nach London wollte, jetzt aber in Innsbruck gelandet und trotzdem happy ist. Das ganze wird dann umso schöner, wenn das anfänglich kaputte Rad am Ende wieder fahrtauglich ist. Der zweite sehr positive Nebeneffekt ist, dass die Flüchtlinge selbst mitwirken können. Sie partizipieren am Projekt und schrauben mit an „ihrem eigenen“ Rad. Das ist eine willkommene Abwechslung zu ihrem gewohnten Alltag.Am Sonntag wurde dann im Pfarrgarten die (neue) Nachbarschaft gefeiert – Ur-WiltenerInnen sowie Neu-WiltenerInnen kamen mit Kind und Kegel. Kaffee, Bier, Säfte auf der einen, Kuchen, Salate und Snacks auf der anderen Seite füllten das große Buffet. Für die Kinder wurden viele Spielaktivitäten angeboten: vom Kinball über die Riesenwurst, Federball, Straßenmalkreiden, eine Buttonmaschine, Tischtennis, Billard, Tischfußball und der klassische Fußball – es war für jeden etwas dabei! Selbst ein Regenschauer konnte der guten Stimmung keinen Abbruch tun, so wurde das Fest kurzerhand einfach in das Pfarrheim übersiedelt. Dort fanden dann auch noch viele Gespräche statt: neue Begegnungen, viele dramatische aber auch berührende Geschichten wurden erzählt und am Ende wurden dann die Räder, einige Fahrradhelme und eine 116-teilige Werkzeugkiste den Neo-WiltenInnern übergeben.Es wurde von allen Seiten versprochen, dass dies nicht die letzte Veranstaltung dieser Art war, und dass der Kontakt in Zukunft ein noch engerer werden sollte.